Im Rahmen des Seminarfachkurses von Herrn Preusse haben die beiden Schüler Finn und Anneke (Jg. 13) den alten Schiffscontainer des Sibylla-Merian-Gymnasiums grundlegend erneuert und zu einem modernen, sicheren Werkzeuglager umgebaut. Der 20-Fuß-Container (6 x 2,3 x 2,4 m) steht seit vielen Jahren hinter der Turnhalle und dient als Lagerplatz für Gartengeräte und Materialien verschiedener Arbeitsgemeinschaften am Gajenberg. Nach einer ersten äußeren Verschönerung in der Projektwoche 2023 („Natur“-Motiv mit Pflanzen und Tieren) stand nun der Innenraum im Mittelpunkt.
Zu Beginn des Projekts bot der Container innen ein eher trostloses Bild: Geräte standen und lagen ungeordnet, versperrten den Zugang zum hinteren Bereich und stellten durch umkippende Werkzeuge, scharfe Kanten und spitze Ecken ein Sicherheitsrisiko dar. Hinzu kamen starke Gebrauchsspuren, Rost an den Fußleisten und Unterkanten sowie eine sehr schlechte Ausleuchtung.
Zentrales Ziel der Projektarbeit war daher eine klare räumliche Strukturierung, die sowohl die Sicherheit der Nutzerinnen und Nutzer als auch die Funktionalität und Optik des Containers verbessert. Bereits in der Projektwoche im Juni 2024 erstellten Finn und Anneke eine detaillierte Inventarliste, nahmen Maße von Container und Geräten und entwickelten auf dieser Basis Skizzen zur zukünftigen Aufteilung – inklusive Wand- und Vogelperspektive.
Dabei wurde schnell deutlich, wie knapp der Platz ist, insbesondere durch die großen Schubkarren und Leitern. Die Lösung: Werkzeuge sollten möglichst platzsparend an der Wand hängen, kleinere Geräte in Regalen verschwinden und der Mittelgang dauerhaft frei bleiben.
Handwerk, Planung und viele Arbeitsstunden
Im Verlauf der praktischen Arbeiten zwischen August und Anfang Oktober 2024 wurde der Container in vielen sorgfältig geplanten Schritten grundlegend überarbeitet:
Rost entfernen und vorbereiten:
Zunächst wurden die vorderen und hinteren Fußleisten mit Winkelschleifern von Farbe und Rost befreit. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen (Schutzkleidung, Feuerlöscher, Wasser bereitgestellt) bereiteten die beiden so die Grundlage für einen neuen Anstrich.
Holzbohlen als Tragsystem für Geräte:
Dank einer Spende von Holz-Heuer konnten zwei massive Holzbohlen angebracht werden. Sie wurden mit einem Brenner „geflemmt“, sodass nicht nur eine ansprechende Optik entstand, sondern das Holz auch widerstands-fähiger gegen Feuchtigkeit wurde. Später dienten sie als Träger für zahlreiche Haken, an denen heute die Gartengeräte ordentlich hängen.
Auslagern und Streichen:
Um den Container vollständig von innen streichen zu können, mussten alle Geräte ausgelagert werden. Mit Trecker und Anhänger brachte Familie Krösmann das Inventar vorübergehend in eine Halle auf ihrem Hof. Anschließend wurden die Innenwände und Fußleisten des Containers gründlich gereinigt und in Hammerschlag-Grau neu gestrichen. Die Decke wurde zwar nicht gestrichen, aber gründlich gesäubert – insgesamt entstand so ein deutlich hellerer und gepflegter Gesamteindruck.
Neue Ordnungssysteme:
Ein stabiles Lastenregal mit beschrifteten Transportkisten („Streuobstwiese Gajenberg“) sorgt nun dafür, dass kleinere Geräte und Materialien – von Handscheren über Astscheren bis hin zu Garn und Magnete – ihren festen Platz haben. Die große Turnhallenleiter wurde an der rechten Wand liegend und mit Spanngurten gesichert integriert; darunter finden weitere Alu-Leitern Platz. Schubkarren und Campingtische stehen so, dass in der Mitte ein klarer Durchgang bis zum hinteren Bereich frei bleibt. Selten benötigte Materialien sind weiter hinten, häufig genutzte Geräte wie Besen und Schaufeln vorne angeordnet. Eine zusätzliche magnetische Lampe verbessert die Beleuchtung, ohne die Elektrik des Containers verändern zu müssen.
Ordnung mit System – sogar im 3D-Druck
Damit die neu geschaffene Struktur dauerhaft erhalten bleibt, entwarfen Finn und Anneke ein 3D-gedrucktes Ordnungsschild mit dem Spruch:
„Wo Ordnung sein soll, muss Disziplin sein. Das ist aber nur möglich, wo Gerechtigkeit ist und jeder seine Pflicht tut.“
Das Schild wurde mit der Software FreeCAD konstruiert und aus PLA-Filament gedruckt, einem Kunststoff, der auf Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt wird. Ergänzend gestalteten die beiden eine Fotocollage als Ordnungsplan, auf dem genau erkennbar ist, welches Gerät wo seinen Platz hat.
Feiern, Übergabe und Blick nach vorn
Am 2. Oktober 2024 wurde das Projekt mit einem kleinen Grillfest mit Herrn Preusse und Frau Götze abgeschlossen. Dabei stellten Finn und Anneke den fertig eingerichteten Container vor, übergaben symbolisch die Schlüssel und brachten Ordnungsschild und Ordnungsplan an der Innenseite der Containertür an. Eine weitere Fotocollage dokumentiert die einzelnen Schritte von der „Rumpelkammer“ zum strukturierten Werkzeuglager.
Im Fazit lässt sich festhalten: Die beiden Schüler haben nicht nur ein optisch und funktional deutlich aufgewertetes Werkzeuglager geschaffen, sondern zugleich einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und zur nachhaltigen Nutzung des Containers geleistet. Durch sorgfältige Planung, viele Arbeitsstunden und die Unterstützung der Familien entstand ein Raum, in dem die Arbeitsgemeinschaften am Gajenberg künftig strukturiert und sicher arbeiten können.
Das Sibylla-Merian-Gymnasium dankt Finn und Anneke für ihr großes Engagement und Herrn Preusse für die Begleitung des Projekts – und wünscht allen Arbeitsgruppen „frohes Schaffen“ im neu gestalteten Container.
